World of Warcraft Wechselkurse in Europa günstiger

Zwar liegen meine Kurse in Währungstheorie und -politik einige Jahre zurück, aber ich bin verwundert wie schnell dieses Wissen wieder abrufbar ist, wenn ich Artikel über Wechselkurse virtueller Währungen lese. David Price berichtet in seinem Blog über Studenten der University of Sheffield, die herausgefunden haben, dass die World of Warcraft Währung “Gold” in den USA sehr viel teuerer zu erwerben ist als in Europa.

Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist zunächst darauf hinzuweisen, dass bei WoW auf Grund getrennter Server bzw. Realms kein grenzüberschreitender Kapitaltransfer möglich ist. Im Gegensatz zur Realität wo Kapital immer dorthin wandert wo die Rendite am höchsten ist, wird bei WoW der Währungsumlauf immer am jeweiligen Realm gebunden. Nur so ist es möglich, dass verschiedene Wechselkurse zwischen Europa und USA existieren.

Laut Price vermuten die Studenten, dass die Anti-RMT-Maßnahmen, also die Unterbindung von Gold-Verkauf gegen reale Währung, in den USA sehr viel effektiver umgesetzt werden als bei europäischen Servern. In Europa ist der Gold-Preis im sogenannten Second Market um ein 8.33-faches billiger und macht nur ca. 12 % des amerikanischen Preises aus. Blizzards Kampf gegen Real Money Trading führt demnach in den USA zur einer Verknappung der Gold-Währung und bei gleichbleibender Nachfrage zur höheren Wechselkursen im Schwarzmarkt. [via Virtual Economy, David M. Price]

Aus meiner Sicht ist, sofern die Daten der University of Sheffield stimmen, die Wechselkurs-Differenz zwischen Europa und USA bedenklich groß, was unweigerlich zu Frage führt ob Blizzard hier eine bewusste Strategie verfolgt oder die Anti-RMT-Maßnahmen lediglich noch nicht ausbalanciert worden sind. Wer die Wechselkurse selbst vergleichen möchte, kann dies z.B. über gamerprice.com tun.

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