World of Warcraft – Das Ende am Horizont?

World of Warcraft ist der unbestrittene König der MMORPGs. Und auch wenn immer wieder Herausforderer antreten, so konnte noch kein Spiel das scheinbar unzerstörbare Bollwerk von Blizzards Titel zerstören. Der letzte Herausforderer war Age of Conan. Das erschien am 23. Mai dieses Jahres und war mit dem großen Ziel angetreten, WoW zu schlagen. Zunächst sah alles auch noch ganz gut aus – es verkaufte sich in Windeseile über 1 Millionen Mal, Funcom meldete 700,000 Accounts schon am 30. Juni. Ein guter Start, ein schöner Anfang. Aber dann ging dem Spiel doch sehr schnell die Puste aus. Bugs, Bugs und noch mehr Bugs vermiesten den meisten Spielern schon nach kurzer Zeit das Abenteuer. Vor einiger Zeit haben wir schon einen Artikel veröffentlicht, in dem wir uns mit dem Barbaren und dessen Versuch, Blizzard die Spieler abzuluchsen, beschäftigen.

Age of Conan kam vor einigen Monaten mit einem gewissen Anfangserfolg auf den Markt, und wir haben ein paar Spieler abwandern sehen, um das Spiel auszuprobieren”.

Das sagte Blizzard-Chef Mike Morhaime damals während eines Analystengesprächs. Weiterhin sagte er aber auch, dass viele davon schon zu WoW zurückgekehrt seien. Eine Aussage, die wohl nicht überzogen ist.

Gerüchten zufolge haben rund die Hälfte der AoC-Spieler schon wieder das Handtuch geworfen. Laut Morhaime sind bereits 40 Prozent der Spieler, die einst auf AoC umgesattelt waren, schon wieder beschämt zu ihrem Liebling zurückgekehrt. Das tatsächlich kaum noch jemand wirklich an AoC glaubt, zeigt auch der Aktienkurs von Funcom: Dieser sank gegenüber Mai um fast 40 Dollar. Ohne allzu negativ wirken zu wollen: Age of Conan ist bei seinem Vorhaben, König WoW zu stürzen, grandios gescheitert. Genauso wie alle anderen bisher erschienenen Konkurrenz-Titel. Denn auch wenn MMOs wie Lord of the Rings zwar gut sind und eine große und treue Fangemeinde haben mögen, an die 10 Millionen Spieler von Blizzards Titel kommt bisher kein Bezahl-MMO auch nur im Ansatz heran.

Dennoch, es rumort an der Gerüchtefront. GamePlayer.com.au beispielsweise deutet die kürzlich angelaufene “Recruit-a-Friend“-Kampagne als Zeichen für fallende Mitgliederzahlen. Bei näherer Betrachtung ist diese Vermutung auch gar nicht soweit hergeholt, gerade wenn man sich anschaut, welche Boni es bei einer erfolgreichen Neuwerbung gibt. MMOCrunch hingegen vermutete schon im Mai, dass WoW diesen Sommer die Spitze des Erfolges erreichen würde, um danach langsam aber sicher zu fallen.

Wir haben hier beim Ingame-Reporter schon über einige hoffnungsvolle MMOs berichtet: Twin Skies, Star Trek: Online und natürlich das demnächst erscheinende Warhammer, um nur einige zu nennen. Rationale Gründe für die Vermutung, WoW hätte seine beste Zeit hinter sich, gibt es wenige. Eigentlich, um ehrlich zu sein, eigentlich gar keine. Außer, dass es endlich Zeit wird für einen Nachfolger. Das die Spielergemeinschaft irgendwann selbst ein World of Warcraft über hat. Mit dem Lichkönig wird WoW zwar noch einmal einen Auftrieb erleben, aber ob dies auf lange Zeit halten kann, ist doch fraglich.

Es wäre an der Zeit für einen Nachfolger. Am besten einen anderen, einen ganz anderen, einen radikal anderen. Soweit dies bei MMORPGs eben möglich ist. Am besten einen, der nicht von Blizzard stammt, um den Stilwechsel komplett zu machen. Aion wäre so ein Kandidat. Darum werden wir euch das Spiel in den nächsten Tagen auch noch einmal näher bringen.

Was bleibt aber festzuhalten? World of Warcraft ist ein grandioses Spiel, keine Frage. Aber irgendwann muss ein Thronfolger kommen. Und wenn es niemand anders macht, dann wird es früher oder später Blizzard selbst machen. Etwa ein World of Warcraft 2?

Das kann doch niemand wirklich wollen.

Share and Enjoy:
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • LinkArena
  • Ma.gnolia
  • MisterWong
  • StumbleUpon
  • Technorati
  • Webnews.de
  • YahooMyWeb
  • Yigg

Leave a Reply