In-Game-Advertising

Werbung in Spielen ist seit langem ein ebenso interessantes wie heikles Thema. Dabei existiert sie in verschiedenen Formen schon lange - vom Spieler jedoch oft unbemerkt. Innerhalb der bekannten Splinter Cell – Reihe verzieren beispielsweise diverse Plakate realer Firmen die Welt des Helden.
Die neuesten Entwicklungen in der Medienbranche, und gerade auch der Trend und die Begeisterung der Spieler hin zu MMOs, geben den Chancen dieser Werbeform jedoch eine ganz neue Dimension.
Ein Beispiel: Das MMORPG City of Heroes startete vor kurzem eine In-Game-Werbung. Bisher zwar in eher bescheidenem Rahmen – ausschließlich amerikanische Spieler sehen ein einzelnes großes Werbeposter. Die Spieler anderer Länder bekommen nichts von der Werbung mit, selbst wenn sie auf amerikanischen Servern spielen. Die Reaktionen seitens der Nutzer sind momentan eher gespalten. Dennoch war dies erst der erste Schritt, wie Brian Clayton, General Manager von NCsoft, bereits im April bekannt gab.

Eine Studie der Marktforschungsagentur Nielsen und der Online-Ad-Agentur IGA bringt ebenfalls erstaunliches zu Tage. Angeblich würden sich überwältigende 82 Prozent der Spieler nicht von Werbung in Spielen gestört fühlen, 61 Prozent würden sie sogar begrüßen. Allerdings sollte, neben den wohl nicht ganz objektiven Auftraggebern, die zumindest fragwürdige Methodik beachtet werden. IGA verteilte CDs an die Umfrageteilnehmer, die nicht nur die Umfragesoftware enthielt, sondern auch ein kostenloses Spiel, in dem Werbung genutzt wurde. Hier kann natürlich zweiseitig argumentiert werden: Geht durch das kostenlose Gimmick die Objektivität der Tester verloren, oder war das Spiel nur ein gutes Beispiel für die erfolgreiche Symbiose von Werbung und Spiel?
Dennoch, selbst wenn an den Zahlen Abstriche gemacht werden müssen - Spieler scheinen, zumindest nach dieser Studie, einer vermehrten Werbung in Spielen nicht grundsätzlich abgeneigt zu sein.

Sicherlich wird In-Game-Advertising auch weiterhin von Spielern kritisch beobachtet werden. Und das, obwohl es schon seit Jahren eine Koexistenz mit Games führt. Die Werbetreibenden bewegen sich dabei allerdings auf einem schmalen Grad: Einerseits dient Werbung aus Spielersicht unter anderem dem Realismus, andererseits müssen die Entwickler aufpassen, ihr Spiel nicht zu sehr zu überfrachten. Es gilt also herauszufinden, welche Art von Werbung am ehesten von der Zielgruppe angenommen wird. Denn klar ist, dass In-Game-Advertising eine interessante Alternative zu den herkömmlichen Werbeformen bietet.

Ein aufschlussreiches und tiefergehendes Interview zu diesem Thema hat übrigens golem.de schon vor einiger Zeit mit dem Autor des Buches “Markenmanagement in Video- und Computerspielen”, Christian Gaca, geführt. Für alle Interessierten definitiv einen Klick wert. [via n4g / gulli]

In-Game-Ad
Copyright anonfx/flickr

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